Espanyol Barcelona – FC Barcelona: Spielanalyse zum Gala-Auftritt von Barça

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Nach dem Erreichen des Champions-League-Halbfinales stand für den FC Barcelona das Stadtderby gegen Espanyol Barcelona an. Barça musste gewinnen, um sicherzustellen, auch nach diesem Spieltag noch an der Tabellenspitze zu stehen. Gleichzeitig war dies der Abschluss der „großen Wochen“, in denen es neben den Spielen gegen PSG auch gegen Valencia und Sevilla ging.

  

Espanyol Barcelona: Zu große Passivität

In der Regel ist das Derbi Barceloní geprägt von hoher Intensität und viel Einsatz auf Seiten von Espanyol. Diesmal war davon aber praktisch nichts zu sehen. Die Gastgeber standen sehr tief und kamen zunächst überhaupt nicht in die Zweikämpfe. Sie liefen den ballführenden Barça-Spieler zwar immer wieder mit zwei oder sogar drei Mann an, waren dabei aber immer viel zu spät dran. Die Spieler des FC Barcelona konnten den Ball stets in Ruhe annehmen und weiterleiten, da Espanyol einfach viel zu langsam reagierte und dadurch nur hinterherlief. Die Blaugrana schaffte es in der ersten Halbzeit die Periquitos komplett einzuschnüren und kaum an den Ball kommen zu lassen. Espanyol entblößte viel zu viel Raum zwischen den Räumen, den Barça auch einige Male sehr gut nutzte. Auch offensiv kam praktisch nichts vom Heimteam, das in den ersten 45 Minuten nicht einmal aufs Tor des FC Barcelona schoss.

Im zweiten Durchgang wurde Jordi Alba sehr früh des Platzes verwiesen, was die Partie wieder etwas spannender machte. Jedoch konnte Espanyol auch daraus kaum Kapital schlagen – ganz im Gegenteil, sie kassierten beinahe noch das 0:3, da sie weiterhin nicht mit hinreichender Entschlossenheit und Dynamik in die Zweikämpfe gingen. Sie waren sehr oft einen, oder gar mehrere Schritte zu spät, wodurch es Barça auch in Unterzahl nicht schwerfiel, das Spiel zu kontrollieren. Gegen Ende des Derbi Barceloní erlaubten sich die Gäste dann einige Fehler, wodurch die Periquitos doch noch zu einigen Kontergelegenheiten kam. Große Chancen waren jedoch weiterhin nicht zu sehen: Lediglich Christian Stuani tauchte in den Schlussminuten einmal vor Claudio Bravo auf – der Barça-Keeper behielt jedoch die Oberhand.

FC Barcelona: Ein Gala-Auftritt sondergleichen

Die erste Halbzeit der Blaugrana war schlichtweg überragend, daran kann kein Zweifel bestehen. Das Team von Luis Enrique machte kaum Fehler und hatte das Spiel überraschend deutlich im Griff. Man ließ sowohl Ball als auch Gegner laufen und erspielte sich viele hochkarätige Chancen. Gleichzeitig stand man defensiv sicher und presste extrem stark, wodurch man den Stadtrivalen offensiv komplett lahmlegen konnte. Die Raumaufteilung bei Barça war im ersten Durchgang teils sehr interessant. Rafinha begann überraschend im linken Mittelfeld, während Iniesta rechts spielte. Erst nach etwa einer Viertelstunde wechselten die beiden die Position, wodurch Messi mehr und mehr ins Zentrum rücken konnte. Rafinha besetzte dann den rechten Flügel, sodass der FC Barcelona auch die Option besaß, das Spiel breit zu machen.

Mit Ball sah es zudem in der ersten Halbzeit teilweise nach einem 3-4-3-System aus: Dani Alves, Gerard Piqué und Javier Mascherano sicherten dabei hinten ab. Davor standen auf einer Höhe Rafinha, Iniesta, Busquets sowie Messi. Ganz vorne besetzten Neymar und Luis Suárez das Sturmzentrum, während Jordi Alba zwischen diesen beiden Linien auf dem linken Flügel positioniert war. Dadurch hatte man mit Ball Optionen in alle Richtungen: Nach vorne, nach links und auch nach rechts, wenn Rafinha und/oder Alves nach vorne schoben. Gleichzeitig konnte Barça so bei Ballverlusten den Raum schnell verengen und zum starken Gegenpressing ansetzen, welches zu zahlreichen Ballgewinnen im ersten Durchgang führte.

In der zweiten Halbzeit lief das Spiel anders, da Barça durch den Platzverweis von Jordi Alba (55. Minute) früh in Unterzahl geriet. Von da an wollte man den Ball vor allem halten und keine zu einfachen Ballverluste erzeugen. Dennoch spielte die Blaugrana weiterhin offensiv und kam zu einigen guten Gelegenheiten, verpasste es jedoch den Deckel endgültig draufzusetzen. In der Schlussphase häuften sich zwar die Fehler, wirklich gefährlich wurde es aber nur noch einmal und in dieser Situation war auf Claudio Bravo Verlass.

Fazit

Der FC Barcelona konnte das siebte Stadtderby in Folge gewinnen – das gelang zum ersten Mal überhaupt. Am Ende war es ein überraschend problemloser Sieg, was vor allem daran lag, dass Espanyol zu passiv agierte und Barça gleichzeitig extrem gut eingestellt war und die Anweisungen des Trainerteams auch sehr gut umsetzte. In der Theorie warten nun drei Pflichtaufgaben auf die Blaugrana – möchte man die Meisterschaft gewinnen, darf man sich derzeit keinen Ausrutscher mehr leisten.

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