Spielanalyse | Atlético – Barça: Wechsel verhindern Niederlage

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Nach der Länderspielpause stand für Barça mit dem Gastauftritt bei Atlético Madrid das erste Topduell in der Liga auf dem Programm. Die Gastgeber waren im ersten Durchgang überlegen, während sich dies hinten herausdrehte und Barça letztlich dem Sieg sogar deutlich näher war. 

Spielverlauf

Direkt in der ersten Minute hatte die Blaugrana ihre erste große Chance durch Lionel Messi, doch danach kam lange nichts Zwingendes. Man machte zu viele Fehler im Aufbauspiel und hatte einige Probleme mit dem schnellen Umschalten Atléticos. Einige Male war man auf die starken Paraden von ter Stegen angewiesen, um nicht noch mehr Gegentore zu kassieren. Mit Ball gelang Barça ziemlich wenig. Man spielte zu eng, zu langsam und zu ideenlos, wodurch man die Gastgeber vor keine echten Probleme stellen konnte. Folgerichtig gingen die Mannen von Diego Simeone auch durch Saúl in Führung, der clever Raum zwischen den gegnerischen Mittelfeldspielern fand und unhaltbar abschloss. 
Nach der Pause zeichnete sich zunächst ein ähnliches Bild ab, doch nach ungefähr zehn Minuten begann Barcelona das Spiel zu dominieren. Atlético zog sich immer weiter zurück und kam kaum noch zu guten, eigenen Angriffen. Gleichzeitig wurde das Spiel Bar
ças deutlich schneller und variabler, was dazu führte, dass man sich Chancen erspielte. Im Endeffekt reichte es “nur” noch zum Ausgleich, doch selbst der Sieg war noch möglich, was auch daran lag, dass Ernesto Valverde clever wechselte. Allerdings sollte man hier anmerken, dass er selbst ein großer Grund für die Notwendigkeit dieser Wechsel war.

Valverdes Aufstellung

Es ist immer leicht Aufstellungen nach einem Spiel zu kritisieren, allerdings war das Problem von Valverdes Aufstellung von vornherein ersichtlich. Mit André Gomes als Hybrid zwischen Mittelfeldspieler und Außenstürmer, hat man nichts Halbes und nichts Ganzes. Der Portugiese bringt weder viel Tempo noch die Fähigkeit im direkten Duell Gegner aussteigen zu lassen mit. Ihn dennoch auf dem Flügel aufzustellen, macht daher keinen Sinn. Er ist ein Mittelfeldspieler und das zeigte sich auch immer wieder, was mit dafür sorgte, dass Barça das Spiel zu eng machte. Gegen eine so dichte Abwehr, die zudem noch die Qualität von Atlético Madrid besitzt, ist es zwingend notwendig das Spiel breitzumachen, um eben diese dichte Abwehr auseinanderzuziehen. Dafür braucht es allerdings Flügelspieler und genau auf einen solchen verzichtete Ernesto Valverde unverständlicherweise. Denis Suárez überzeugte zuletzt, auch auf dieser Position, und hatte keine Länderspielreise hinter sich. Dennoch durfte er nicht starten. Ähnliches gilt für Deulofeu. Es ist schwer diese Entscheidungen nachzuvollziehen, speziell, wenn man sich vor Augen führt, wie stark Deulofeu nach seiner Auswechslung war. Es tat dem Spiel der gesamten Mannschaft gut, endlich einen Flügelspieler zu haben. Man entzerrte das kompakte Bollwerk der Gastgeber, ging mit mehr Tempo auf die Gegenspieler und wurde einfach deutlich gefährlicher.
Es war ein gutes Zeichen, dass die Joker Sergi Roberto und Gerard Deulofeu einen großen Einfluss auf dieses Spiel nehmen konnten. Das zeigt, dass Valverde von seiner Bank aus nachlegen kann und damit selbst Spiele gegen Topgegner drehen und deutlich beeinflussen kann. In diesem Spiel bleibt allerdings der Wermutstropfen, dass Valverde selbst durch seine Aufstellung erst dafür sorgte, dass diese Wechsel notwendig wurden. André Gomes machte im Übrigen ein richtig gutes Spiel, nachdem er ins Mittelfeld versetzt wurde, was Hoffnung für die Zukunft macht.

Valverdes dritter Wechsel war Paulinho. Und auch dieser hatte großen Einfluss auf das Spiel, war er doch ein Mitgrund für den Ausgleich. Er stieß mit in den Strafraum, zog dort Savic auf sich, wodurch Suárez es mit Juanfran zu tun bekam, der im Luftkampf alles andere unüberwindbar ist. Suárez zeigte sich im zweiten Durchgang endlich wieder stärker. Er bewegte sich gut, zeigte einige gute Kombinationen, spielte mit mehr Selbstvertrauen und erzielte auch ein sehr wichtiges Tor.

Fazit

Ein Punkt, nachdem man sehr lange bei Atlético Madrid zurücklag, ist definitiv ein gutes Ergebnis, ohne Wenn und Aber. Allerdings erspielte man sich in der zweiten Halbzeit, auch gerade noch nach dem Ausgleich, weitere gute Möglichkeiten und hatte sogar noch die Chance zu gewinnen. Dies gelang leider nicht, aber dennoch steht Barça in der Tabelle weiterhin sehr gut da. Ernesto Valverde las das Spiel gut, machte aber schon mit der Ausrichtung seiner Mannschaft einiges falsch, woraus er hoffentlich lernen wird. Schön zu sehen waren die starken Leistungen von Suárez (zweite Halbzeit), Deulofeu und André Gomes (im Mittelfeld).

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