UD Levante gegen FC Barcelona: Torfestival beim Tabellenletzten

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Am vierten Spieltag gastierte der FC Barcelona bei UD Levante, auf dessen Platz sich die Katalanen traditionell schwertun. Auch diesmal war es zunächst wieder eine sehr enge Partie, welche Barça mit der Zeit jedoch in den Griff bekam und am Ende deutlich gewinnen konnte. Die Handschrift von Trainer Luis Enrique war dabei abermals klar ersichtlich.

  

Levante mit verfeinerter APOEL-Taktik

Die Gastgeber gingen mit einer defensiven Ausrichtung in das Spiel gegen den FC Barcelona, wohl wissend, dass sie nur dann etwas mitholen können, wenn sie hinten stabil stehen. Um das zu gewährleisten, orientierte man sich an der Spielweise von APOEL Nikosia, die sich unter der Woche sehr gut im Camp Nou verkauften. Jedoch wollte Levante die Schwächen in der Taktik der Zyprioten ausbessern. Barça fand gegen Nikosia einige Male viel Platz zwischen den Linien, den man dann aber nicht nutzen konnte, weshalb dieser Aspekt nicht allzu groß auffiel. Levante agierte in einem 4-1-3-2, wobei vor der Vierer-Abwehr ein einzelner Spieler stand, vor dem wiederum erst die defensive Dreierkette stand. Somit hatte man einen echten „Staubsauger“ vor der Abwehr, der den Raum zwischen beiden Linien abdecken sollte. Dafür gab man aber mehr Platz auf den Flügeln preis, da eine Dreierkette im Mittelfeld logischerweise nicht so breit aufgestellt sein kann, wie eine Viererkette. Es sei denn, man lässt das Zentrum unbewacht, was aber gerade gegen den FC Barcelona ein zum Scheitern verurteiltes Vorgehen wäre.

Die Blaugrana tat sich mit der Taktik Levantes zu Beginn schwer, fand jedoch relativ zügel Mittel und Wege, um sie auszuhebeln. Man spielte viel über die Außenverteidiger, um das Spiel breitzumachen und dann zurück ins Zentrum zu spielen, damit man das Spiel zwischen die Linien verlagern konnte. Sehr hilfreich hierbei war der Fakt, dass die Katalanen mit Messi, Neymar und Iniesta drei Spieler hatten, die sich gerne zwischen den Linien bewegen. Das war im Endeffekt einfach zu viel für Levantes „Staubsauger“ und auch die restlichen Mittelfeldspieler schafften es mit der Zeit immer seltener, diese drei Spieler einzufangen. Eventuell wäre es sinnvoller gewesen einen der beiden Stürmer zu „opfern“ und dafür einen weiteren Mittelfeldspieler zu bringen, sodass man auch die komplette Breite des Spielfeldes hätte abdecken können. So hätte man nämlich auch das Aufbauspiel Barcelonas nachhaltig stören können, was so einfach nicht gegeben war.

Offensiv begannen die Gastgeber sehr schwungvoll. Insgesamt hatten sie zwar eine sehr schwache Passquote, aber in der Frühphase der Partie kamen zumindest die Bälle nach vorne oftmals sehr gut. Ein ums andere Mal konnte Levante gute Konter fahren und ihren Widersachern gefährlich werden. Gerade Mathieu war in den ersten 20 Minuten nicht ganz auf der Höhe, was die Valencianer gut zu nutzen wussten. Im entscheidenden Moment fehlte dann jedoch die Durchschlagskraft, weshalb die Gastgeber weiterhin auf ihr erstes Saisontor warten müssen. Nach guten 20 Minuten fand Barcelona dann immer besser ins Spiel und mit zunehmender Spielkontrolle standen die Mannen von Luis Enrique auch defensiv deutlich sicherer, weshalb Levante kaum noch einmal gefährlich werden konnte.

Levantes Taktik gegen den Ball: Ein Spieler soll den Raum zwischen den beiden Defensiv-Linien bearbeiten und sichern. Das Problem ist, dass ein Spieler dafür zu wenig ist, weshalb diese Taktik auch nicht lange gut ging. Barcelona verstand es, genau diesen Raum zu überlagern, was Levantes Taktik kollabieren ließ.

Luis Enriques Handschrift

Wie schon erwähnt hatte Barça zu Beginn der Partie einige Probleme, sowohl wenn es darum ging, das Spiel zu kontrollieren, als auch wenn es darum ging, Levantes Konter zu verteidigen. Nach etwa 20 Minuten wurde es jedoch deutlich besser und man sah ein typisches Barcelona, wie man es diese Saison schon viermal sehen konnte. Luis Enriques Handschrift ist schon jetzt zu erkennen, wenngleich natürlich noch nicht alles funktioniert und es weiterhin viel Raum nach oben gibt. Dennoch lässt sich mehr und mehr erkennen, wie Barças neuer Trainer seine Mannschaft spielen sehen will. Die zentralen Mittelfeldspieler stehen nah an den Außenverteidigern, um diese defensiv zu unterstützen und abzusichern. Die Mannschaft presst geschlossen, sobald der Ball verloren geht. Schon jetzt ist da eine gute Organisation zu erkennen, sowohl defensiv, als auch offensiv. Die Mannschaft greift geschlossen an und verteidigt geschlossen, daher stimmt bis jetzt auch das Endprodukt, sprich die Ergebnisse. Zudem ist fast immer eine Anspielstation in der Spitze zu finden, oft sogar zwei. Einer der drei Stürmer, in der Regel Messi oder Neymar, lassen sich fallen und geben den Spielmacher, während man vorne zwei Stürmer hat, die die Abwehr beschäftigen und auf den tödlichen Pass warten.

Dies alles hat bisher auch Erfolg. Das starke Pressing verhinderte in den ersten fünf Spielen Gegentore und leitete darüber hinaus einige Tore ein, so zum Beispiel das 1-0 gegen Bilbao, das 1-0 bei Villarreal oder auch das 3-0 gegen Levante. Die große Fixierung der Stürmer auf das Zentrum führte dazu, dass Lionel Messi nun schon vier Assists in vier Spielen aufweisen kann, da er nun endlich Anspielstationen vor sich findet.

Xavis Rolle

Xavi ist kein Stammspieler mehr, aber dennoch ein enorm wichtiger Spieler, nicht zuletzt auch, weil er der Kapitän ist. Aber auch spielerisch bringt er Qualitäten mit, die sonst kein Spieler aufweist. Er kann ein Spiel beruhigen und kontrollieren wie kein Zweiter und ist daher der ideale Spieler, wenn es darum geht, ein Ergebnis über die Zeit zu bringen. Deshalb wurde er auch gegen Levante eingewechselt, wo er sofort damit begann den Ball zu fordern und zu verteilen. Er beruhigte das Spiel, gab das Tempo vor und half dem FC Barcelona dabei das Ergebnis souverän über die Zeit zu bringen. Zudem leitete er fast noch ein weiteres Tor ein.

Im Vergleich zu Ivan Rakitić geht Xavi eher wenig Risiko und dreht lieber ab, bevor er einen Risiko-Pass spielt. Ein Rakitić geht das Risiko ein und versucht mehr Tempo zu erzeugen als Xavi, weshalb der Kroate auch der Spieler für die Startelf ist. Zudem ist der 26-Jährige auch gegen den Ball deutlich stärker und hebt mit seinen Qualitäten in diesem Bereich das Team auf ein höheres Level, was auch ein Grund für die vier gegentorlosen Ligaspiele ist (in der Champions League saß er 90 Minuten auf der Bank).

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