Dani Alves: Clásico-Sieg „eine Botschaft an die Fußballwelt: Barça ist zurück!“

StartInterviewDani Alves: Clásico-Sieg "eine Botschaft an die Fußballwelt: Barça ist zurück!"
- Anzeige -
- Anzeige -

Für Dani Alves ging es im Clásico gegen Real Madrid um mehr als nur ein Ergebnis. Den FC Barcelona unter Xavi sieht er auf einem sehr guten Weg, während er Pedri in der kommenden Saison ein großes Geschenk machen könnte. Über das und viel mehr sprach Alves in einem Interview.

Dani Alves sprach in einem Interview mit der Mundo Deportivo über seine zweite Zeit beim FC Barcelona.

Barças Dani Alves…

…über seine Rückkehr zu Barça: „Es ist besser, als ich erwartet hatte. Ich habe lange für die Rückkehr gekämpft. Sie kam nicht zustande, als ich sie wollte [im Jahr 2019]. Doch man verliert nie die Hoffnung.“

Chatverlauf geleakt: Dani Alves bat Bartomeu 2019 um Rückkehr zu Barça

..auf die Frage, was sich in der Umkleidekabine geändert habe: „Als ich ankam, gab es viele Leute, die individuell sehr gut, aber kein Kollektiv waren. Letzten Endes ist es eine Mannschaftssache. Das Gefühl, das man von außen hatte, war dasselbe wie das, das ich selbst hatte. Dank der Bereitschaft aller haben wir das gedreht bekommen. Die Fans identifizieren sich heute mit dem, was wir haben. Sie gehen nicht mehr ins Camp Nou, um zu protestieren, sondern um die Spiele zu genießen und sich an uns zu erfreuen, weil sie wissen, welche Verbindung wir haben. Wir befinden uns in der besten Phase der Saison, und wir müssen noch mehr erreichen.“

Alves über Liga-Titel mit Barça: „Madrid ist noch nicht Meister“

…über die Möglichkeit, die Liga noch zu gewinnen: „Ich sage immer: Solange es nicht vorbei ist, gibt es noch eine Chance. Wir müssen realistisch sein, der Rückstand ist enorm. Aber es ist auch wahr, dass wir die besten Phase unserer Saison gerade jetzt haben, wo wir sie brauchen. Es ist die letzte Etappe, der Endspurt, und jeder Punkt gewinnt an Bedeutung. Mal sehen, was passiert. Madrid ist noch nicht Meister.“

…über Barças Schwierigkeiten in der Europa League bei Eintracht Frankfurt: „Der Fußball ist sehr ausgeglichen geworden. Es ist schwierig, Spiele zu gewinnen. Es ist nicht mehr so wie vor vier oder fünf Jahren, als Namen noch eine große Rolle spielten. Jetzt treten junge Leute ebenso wie Veteranen gegeneinander an, und die Teams sind sehr ausgeglichen. Aber es ist eine Runde mit Hin- und Rückspiel. Jetzt müssen wir in Barcelona spielen. Wir müssen uns noch verbessern, aber wir sind immer noch das Maß aller Dinge in der K.o-Runde.“

Gänsehaut-Atmosphäre: Behäbiges Barça von entfesselter Eintracht überrumpelt

…auf die Frage, ob es nach der Partie eine Schelte von Xavi gab: „Das Schwierige an den Spielen ist die Konstanz. Wir hatten drei Tage vorher das Spitzenspiel gegen Sevilla. Das ist kompliziert. Jeden Tag sein Bestes zu geben, ist kompliziert. Wenn man an einem Tag nicht sein Bestes gibt, ist es wichtig, sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Die Mannschaft agierte ungenau, das stimmt, und das Spielfeld war auch nicht in gutem Zustand. Wenn wir die Kontrolle haben, ist es für den Gegner schwieriger.“

…über seine jüngeren Teamkollegen: „Ich bin ihr Onkel… Nein, im Ernst, ich sehe sie als Teamkollegen. Sie haben sehr schnell gelernt, worum es geht. Schließlich spielen sie schon mit 17 oder 18 Jahren für Barça. Das ist nicht üblich, das ist nicht normal. Sie haben natürlich hart gearbeitet, aber so etwas hat es schon lange nicht mehr gegeben. Man muss all das zu schätzen wissen. Es ist ein Gleichgewicht zwischen jungen Leuten und Leuten mit mehr Erfahrung. Die jungen Leute geben der Mannschaft Kraft und Laufleistung. Bald wird der Fußball ihnen gehören.“

Dani Alves: „Barça ist zurück!“

…auf die Frage, welches Ergebnis im letzten Clásico gerecht gewesen wäre: „0:6. Denn die Chancen, die wir hatten – von Ferran, Aubameyang und Dembélé – das waren Großchancen. Aber für uns war es viel wichtiger, eine Botschaft zu senden: Dass Barça zurückkommt. Wir sind wieder wettbewerbsfähig, und das ist eine gute Nachricht für uns, denn darauf arbeiten wir hin. Wenn man gut arbeitet, passieren gute Dinge. Barça hat gegen Real Madrid seit sechs Spielen nicht mehr gewonnen, und das war nicht normal. Wir haben eine Botschaft an die Fußballwelt gesendet: Barça ist zurück!“

…auf die Frage, an welches seiner 400 Spiele für Barça er sich am liebsten erinnere: „Das Champions-League-Finale im Wembley. Für die Art und Weise, wie es passiert ist, für den Moment, für Abidal, für alles, was wir erreicht haben, die Rede von Pep. Wenn ich mich für eine Partie entscheiden muss, dann ist es diese. Diese Saison war in jeder Hinsicht brutal und wird mir in vielerlei Hinsicht für immer in Erinnerung bleiben.“

…über Xavi: „Xavi macht das, was er als Spieler gemacht hat – aber jetzt auf einer anderen Position. Er ist sehr anspruchsvoll. Er weiß, dass man sehr hart arbeiten muss, um zu konkurrieren und zu gewinnen. Er und seine Mitarbeiter haben alles verändert. Sie haben eine sehr gute Mischung aus jungen und erfahreneren Leuten zusammengebracht, die zusammen eine unglaubliche Arbeit leisten. Die Mannschaft tritt jetzt in die Pedale, kämpft, hat Lust, hat Mut… Ich wiederhole, was ich schon vor langer Zeit gesagt habe: Xavi wird Barças 3.0 sein [gemeint ist der dritte große Erfolgstrainer nach Johan Cruyff und Pep Guardiola, Anm. d. Red.].“

…auf die Frage, ob Manchester City Atlético aus der Champions League werfen wird: „Ich denke schon. Sie sind mein Top-Favorit auf den Titel, denn sie sind das Team mit dem besten Konzept und der klarsten Vorstellung davon, wie sie spielen und die Dinge machen wollen. Ich bin ein Fan von Pep. Egal was er tut, ich werde ihm applaudieren.“

Alves über Mbappé und Haaland: „Würde mich für Mbappé entscheiden“

…auf die Frage, ob er lieber Mbappé oder Haaland verpflichten würde: „Wenn ich könnte, würde ich mich für Mbappé entscheiden. Er ist der Beste, den es gibt, und er passt zum Stil von Barça. Im Moment gibt es im Fußball niemanden, der besser ist als er.“

…auf die Anmerkung, dass er einem Wechsel zu einem weißen Klub [Real Madrid] nahe zu sein scheint: „Was heute weiß ist, kann morgen blau sein. Und wenn man ein wenig Rot hinzufügt, wird es zu Blau-Rot.“

…auf die Frage, ob ihm auch ein Wechsel von Haaland gefallen würde, wenn Mbappé nicht möglich wäre: „Ich mag gute Spieler, sie bringen immer eine Menge mit. Aber Sie haben mich vor die Wahl gestellt, und ich habe denjenigen gewählt, der mir am besten gefällt, der meiner Meinung nach am besten zum Profil von Barça passen würde. Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten.“

…auf die Frage, ob er sich Raphinha bei Barça vorstellen könnte„Ja, natürlich. Er ist ein großartiger Spieler, sowohl er als auch Antony, der ebenfalls ein Phänomen ist. Für Barça gibt es einige sehr interessante Spieler auf dem Markt, wenn sie es richtig anstellen – vor allem in der Offensive.“

Vorteil dank Deco? Barça führt offenbar Gespräche bezüglich Raphinha

…über die Anmerkung, dass gesagt wurde, er würde auf eine Verpflichtung von Antony von Ajax Amsterdam drängen: „Ich dränge nicht, aber ich habe über ihn gesprochen. Wenn man mich fragt, spreche ich über Spieler – aus meiner Sicht. Als ich in Sao Paulo ankam [und Antony noch dort spielte], kritisierten ihn die Leute sehr. Ich sagte: ‚Mein Gott, was machen die da. Er ist der beste Spieler, den sie hier haben.‘ Und dann ging er zu Ajax, wo er gezeigt hat, wie großartig er ist und wie großartig er sein kann. Was für die Leute eine Überraschung war, war für mich keine.“

Alves schwärmt von Pedri: „Wie ein unbekümmerter, alter Hund“

…über seine Nicht-Nominierung für den Europa-League-Kader: „Ich wiederhole, was ich bereits gesagt habe: Ich habe immer verstanden, dass das Leben aus Phasen besteht, und ich weiß, in welcher Phase ich mich jetzt befinde: näher am Ende als am Anfang. Hätte Xavi mir das angetan, als ich 25 Jahre alt war, hätten wir uns vielleicht geprügelt… aber jetzt sind wir hier, um Barça zu helfen. Ich weiß, dass es ihm wehgetan hat, diese Entscheidung zu treffen. Aber es musste eine Entscheidung getroffen werden.“

…auf die Frage, welcher von Barças jungen Spielern ihn am meisten fasziniert: „Ich denke, dass Pedri, wie die meisten von ihnen, auf einem enorm hohen Niveau spielt. Ich scherze immer, dass er ein junger Mann mit der Seele eines alten Mannes ist. Er ist ein alter Hund und agiert unbekümmert. Es ist gut, solche frechen Spieler zu haben, die sich nicht einschüchtern lassen. Denen ist es egal, wer vor ihnen steht. Ich denke, er kann eine Ära einläuten, solange er Vergleiche vermeidet. Iniesta? Das ist zu viel. Das ist ein zusätzlicher Druck. Iniesta zu sein ist sehr schwierig, fast unmöglich.“

…auf die Frage, ob er Pedri die Rückennummer 8 angeboten habe: „Ja, ich habe sie ihm angeboten. Ich habe in einem Interview gelesen, dass er gesagt hat, dass ihm die Nummer 8 gefällt. Ich habe mit den Leuten im Verein gesprochen, dass er sie in der nächsten Saison übernehmen kann, wenn er sie will – natürlich nur, wenn ich bleibe. Wenn ich gehe, kann er sie gleich haben. Wenn er sie will, ist sie seine.“

Bastian Quednau
Schreibt über spanischen Fußball, leidet mit dem FC Schalke 04 und den Jacksonville Jaguars.
- Anzeige -

AKTUELLE USER-KOMMENTARE