Brennpunkte | Barças flüssiges Positionsspiel reicht gegen effektives Rayo nicht aus

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Der FC Barcelona konnte erneut nicht gegen einen Aufsteiger gewinnen. Beim 0:1 gegen Rayo Vallecano funktionierte zwar das Positionsspiel bei den Katalanen, doch ein Spielzug, auf den sich Barça eigentlich eingestellt hatte, entschied das Spiel früh. Die Brennpunkte zu Barça vs. Rayo.

Barcelonas Positionsspiel läuft flüssig

Aluminiumtreffer, Abseitspositionen, zu weit gespielte Zuspiele und ein Schiedsrichterteam, dem bei Aktionen im Rayo-Strafraum der Durchblick fehlte. Die Liste der unzähligen und situationsabhängigen Gründe, wieso Barça den Ball trotz drückender Überlegenheit nicht im Tor unterbrachte, erscheint so lang wie die Nachspielzeit im Camp Nou am Sonntagabend.

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Bis zu den entscheidenden Szenen im Angriffsdrittel zeigten die Katalanen aber, dass sie sich auf das Defensivverhalten der Truppe von Trainer Andoni Iraola eingestellt hatten. Im Hinspiel erfuhren die Katalanen schmerzhaft, wie das Pressing Rayo Vallecanos greift, wenn das Spiel zu statisch wird und Busquets zu viel Zeit mit dem Ball am Fuß verbringt.

Diesmal erfolgte bei allen Akteuren des FC Barcelona früh die Trennung vom Ball, wenn das Spielgerät gerade nicht dynamisch nach vorne getragen wurde. In den äußerst seltenen Momenten, in denen Busquets nach der Annahme etwas zögerte, geriet er sofort in die Bredouille.

Zudem befanden sich in dieser Partie die Spieler der Blaugrana stets in Bewegung. Angefangen beim Spielaufbau, wo sofort die freien Räume erkannt und belaufen wurden. Wenn beispielsweise Frenkie de Jong sich in der eigenen Hälfte in den Halbraum zwischen Ronald Araujo und Sergiño Dest fallen ließ, zog der US-Holländer in die dadurch frei gewordene Zone im zentralen Mittelfeld. Um einer Überzahlsituation der Gäste auf engem Raum vorzubeugen und so weit weg vom Gegenspieler wie möglich positioniert zu sein.

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Auch bei den eigenen Angriffen glänzte Barça in der Raumbesetzung – vor allem, weil im zweiten Durchgang klare Strukturen zu erkennen waren. Ousmane Dembélé, Pierre-Emerick Aubameyang und Ferran Torres agierten auf derselben Höhe, ehe sich Ferran Torres immer wieder in eine zentralere Position leicht hinter den Gabuner fallen ließ, wodurch Jordi Alba auf die Position von Torres sprintete, um Flanken zu schlagen oder sie am zweiten Pfosten entgegenzunehmen. Als Absicherung (und Initiator auf dem Weg nach vorne) operierte Gavi auf ähnlich zentraler Position wie Dest gegen Cádiz.

Der andere Achter des FC Barcelona sorgte für zusätzliche Durchschlagskraft im Strafraum. Hätte Nico in der 62. Minute früher den Lauf in die Tiefe gemacht, wäre er vermutlich frei vor Torhüter Stole Dimitrievski aufgetaucht. Eben eine dieser Kleinigkeiten, die Barça Punkte kosteten.

Rayo Vallecano effektiv durch Schnittstellenbälle

Dass kleine Details zum Eins-gegen-Eiins gegen den Torhüter und zu drei Punkten führen können, bewies das effektive Rayo Vallecano bereits in der 7. Minute. Auf einen Doppelpass auf engstem Raum folgte ein Zuspiel in die Schnittstelle, in die Torschütze Álvaro García explosivartig hineinstieß. Darauf schienen die Katalanen wohl eingestellt gewesen zu sein. Schließlich erläuterte Sergio Busquets im Interview nach der Partie, dass Barça solche Angriffssequenzen von Rayo kannte: „Mit einem Spielzug, den wir 200 Mal im Video gesehen haben, haben sie zugeschlagen“, so der Kapitän der Blaugrana.

Die Explosivität in den Antritten bei den Steilpässen zwischen zwei Verteidigern hindurch blieb bei den seltenen Angriffen der Franjirrojos die Methode, die die Hintermannschaft Barças vor Herausforderungen stellte. Nur vier Minuten nach dem Gegentreffer verhinderte Eric Garcia per Grätsche, dass Isi Palazón mit hohem Tempo auf Marc-André ter Stegen zugelaufen wäre.

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Mit anderen Mitteln setzten die Gastgeber ihre Offensivleute kaum in Szene. Auch, da Barça wach agierte und intervenierte. Als Beispiel beim Spielaufbau der Gäste dient Gavi, der in der 29. Minute als erste Aktion nach der ersten nicht-gegebenen Elfmetersituation einen lasch gespielten Pass im Mittelfeld abfing, um selbst postwendend umzuschalten. Weiter hinten auf dem Feld stellte Eric Garcia Randy Nteka, wenn dieser mit dem Rücken zum Barça-Tor stand und von den Mitspielern gesucht wurde. Dem Team aus dem Madrider Arbeiterviertel Vallecas reichte – was die Offensivleistung betrifft – ein mustergültiger Spielzug, um den einzigen Treffer des Abends zu erzielen.

Barças Problem mit den Aufsteigern

0:1 in der Hinrunde unter Ronald Koeman (just übrigens dessen letztes Spiel als Barça-Coach, nach auf dem Rückflug wurde er von Joan Laporta gefeuert), 0:1 in der Rückrunde unter Xavi. Damit ließ Barça nun in Hin- und Rückspiel gegen Aufsteiger Rayo Vallecano sechs Punkte liegen. Erinnerungen werden wach an die vergangene Spielzeit, in der die Katalanen gegen den damaligen Aufsteiger Cádiz ebenfalls zweimal nicht gewinnen konnten (wie auch in dieser Spielzeit übrigens). Eine Thematik, die durch die Niederlage am vergangenen Montag nochmal präsent und nun gegen Rayo verschärft wurde. Barça tut sich gegen die Teams, die aus der Segunda División hochkommen, extrem schwer.

Die Bilanz der in dieser Saison absolvierten Partien gegen Rayo, Espanyol und Mallorca: Ein Remis und lediglich zwei Siege in fünf Partien – und auch die Siege wurden mit Ach und Krach und Glück eingefahren. Beim Sieg auf Mallorca sowie beim Heimsieg über Espanyol bei Xavis Debüt gab es jeweils nur ein knappes 1:0. Dass es im Rückspiel gegen Espanyol zum Remis gereicht hat, lag an einem Luuk-de-Jong-Tor aus der 96. Minute. Dieses blieb gegen Rayo Vallecano am Sonntagabend aus, wird aber vielleicht in der nächsten Begegnung wieder gebraucht. Dann geht es im Camp Nou gegen Mallorca – das letzte Spiel gegen einen Aufsteiger, das die Katalanen in dieser Spielzeit absolvieren müssen.

Dass sich Barça just gegen Aufsteiger und Kellerkinder so schwer tut (siehe auch die Partien gegen Levante) ist schwer zu erklären. Hier hat Barça reihenweise Punkte im Kampf um die Champions-League-Plätze liegen gelassen.

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Benjamin König
Fútbol, Calcio, Fotball - in Spanien, Italien, Skandinavien. Redakteur bei Barçawelt, Podcaster bei Polarlichtspiel - dem skandinavischen Fußballpodcast

10 Kommentare

  1. ich find das spiel war schon mal ein erster schritt ausm loch; das im text besprochene positionsspiel, das dieses mal flüssiger war als gegen cadiz und frankfurt, is ja eigentlich DER sichtbare indikator des barca-systems bzw. der generell ballbesitzorierntierten spielweise bzw. obs bei so einem team gerad rund läuft oder nicht. wenn das spiel unflüssig und zäh ist und die spieler sich träge hin- und herschieben, dann weiss man, dass man in richtung tiefs geht, wenns flüssiger läuft, wie gestern, dann gehts wieder langsam aufwärts; deshalb bin ich guter dinger, dass gegen mallorca wieder mal ein punkt rausspringt.

  2. Off Topic: Sergi Roberto scheint zu bleiben. Eigentlich für mich nicht so gute News. Aber er hat sein Gehalt wohl deutlich reduziert und der Verein hat es so entschieden. Für mich ein weiteres Zeichen, dass Dest sein letztes Spiel gemacht haben könnte. Roberto kann als inverser RV spielen und wir werden wahrscheinlich noch einen neuen Spieler holen. Bin gespannt.

      • @mercer_007,

        sorry, aber du bist mir ein bisschen zu ungut, wenn es um Dest geht.

        Ja er hat ein schlechtes Spiel gemacht und ja seine Entwicklung ist nicht besonders gut, aber er ist erst 21. Xavi scheint ihm nicht wirklich zu vertrauen und das spürt Dest. Sogar wir kriegen das mit. Ich brauche dir nicht zu erzählen, wie wichtig Selbstvertrauen im Fußball ist(eigentlich überall).

        Für mich spielt Dest sicher nicht schlechter als Garcia, der sich ständig grobe Fehler leisten darf und trotzdem nie bestraft wird. Garcia ist da übrigens nicht die Ausnahme, wenn es nach Leistung geht, müssten andere ebenfalls öfters die Bank wärmen.

        Egal, was ich sagen will – Dest ist nicht so schlecht, wie er hier gemacht wird. Es hat viel mit dem Kopf und vertrauen zu tun. Dest auch, wie oben schon erwähnt, erst 21. Da ist man kein fertiger Spieler. Da sind Fehler normal.
        Dest wird nicht der neue Dani Alves, das ist mir schon klar, aber er kann ein guter und solider RV sein. Die anlagen hat er.

        • orange

          Vielleicht bist du einfach zu gut wenn es um Dest geht ;) Ne Spass bei Seite. Ich verstehe schon was du meinst. Aber wenn du ein wenig nach hinten blätterst, wirst du von mir lesen, dass ich bezüglich Dest öfters geschrieben habe dass wir nicht vergessen dürfen dass der Junge erst 21 ist. Ich bedenke das also sehr wohl. Das er nicht der neue Alves wird ist mir klar. Aber ein starker RV kann er für uns natürlich trotzdem werden. Nur geht es mir um das hier und jetzt. Und da sieht es leider in meinen Augen eben nicht gut aus. Was immer auch die Gründe sind. Deswegen sage ich dass ich froh bin, bald einen Roberto auf dieser Position begrüssen zu dürfen. Dest kann in ferner Zukunft wichtig für uns werden, aber aktuell ist er das nicht. Da kommt leider auch seine starke Verletzungsanfälligkeit hinzu.

    • ich find das ist eine gute nachricht, auch wenn die baustelle des haupt-rechtsverteidigers immer offen bleibt.

      sergi roberto ist ein hochklassiger und vielseitiger kader-spieler für einen verein wie barca; der könnte woanders bei einem anderen verein in der oberen tabellen-hälfte (wie zb celta vigo, villareal etc.) als stammspieler spielen, hat aber nie probleme gemacht, dass er bei barca meistens von der bank kam und die verschiedensten rollen ausfüllte. spieler, die diese rolle aktzeptieren, findet man nicht so leicht; siehe auch zb adriano für den barca nie einen ersatz gefunden hat, um jordi alba anständig zu entlasten.

  3. Guter Punkt mit dem Positionsspiel, muss sagen dass hat mir teilweise sogar viel besser gefallen als in Spielen, wo wir gewonnen haben aber es fehlt ein bisschen an frische und Energie.

    Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass wir mit mehr Rotation einen nicht so großen Abwertstrend zu verzeichnen hätten. Das es nach diesem hoch, wieder runter gehen würde, war von vielen schon so erwartet. Ich hab ehrlich gesagt nicht so damit gerechnet und bin auch überrascht darüber, dass wir so sehr nachgelassen haben.

    Wir haben auch mit Ferran und Aubameyang immer 2 Spieler drin, die sehr wenig initiieren. Bei Aubameyang war das eigentlich ziemlich klar, er kommt als Goalgetter und er muss in Szene gesetzt werden aber teilweise muss er natürlich auch mehr anbieten. Wenn wir ständig aber 2 Spieler haben die kaum was Initieren vorne, dann wird das sehr ausrechenbar. Seit Wochen geht in erster linie nur noch was über Dembele und das ist zu wenig.

    • Stimme dir absolut zu.

      Ich hatte damit gerechnet, dass es nach dem 0:4 gegen Real wieder bergab gehen würde. Allerdings hatte ich nicht erwartet, dass wir derartig einstürzen würden, in dem wir zu Hause gegen Cadiz und Rayo verlieren. Aber an unserem Spiel ist nicht alles schlecht. Wie gestern das Positionsspiel zum Beispiel. Aber es fehlt wie du sagst einfach an der Energie und Frische. Ich bin mir auch absolut sicher, dass wir nicht so tief gestürzt wären, wenn Xavi etwas mehr rotieren würde. In dieser Hinsicht enttäuscht er mich am meisten. Ferran ist nicht so schlecht wie du glaubst. Er braucht einfach mehr Pausen und die kriegt er leider nicht. Schade, denn mit Depay hätten wir doch einen guten Spieler für die Rotation. Mehr Rotation und die Spieler wären frischer. Dann hätten wir zwar wahrscheinlich trotzdem nicht mehr die Gegner nach Massen mit 4:0 aus dem Stadion geschossen, aber Cadiz und Rayo hätten wir wohl geschlagen, davon gehe ich fest aus.

      Xavi muss mit der Rotation spätestens jetzt anfangen. Wir sind noch nicht so sicher qualifiziert wie viele hier denken. Wir haben ja gesehen dass die Mannschaft ganze 6 Punkte gegen Cadiz und Rayo liegen gelassen hat – und das beide Male im Camp Nou. Von durch sein kann also nicht die Rede sein. Wenn den Spielern weiter die Frische fehlt, wird das gefährlich. Aber gegen Mallorca sieht das hoffentlich dann etwas besser aus, da die Jungs eine ganze Woche für die Vorbereitung haben.

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