Brennpunkte | Statischer Angriff: Dembélés Kurzeinsatz macht Barça Hoffnung

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Am 4. Spieltag der Champions League konnte der FC Barcelona trotz einer schwachen ersten Halbzeit Dynamo Kiew mit 1:0 schlagen und wichtige drei Punkte mitnehmen. Während die Ukrainer ihre Chancen nicht nutzen, reichen Barça 20 starke Minuten, um in Führung zu gehen. Die Brennpunkte zu Dynamo Kiew gegen FC Barcelona.

Kiew bestraft harmloses Barça in der ersten Halbzeit nicht

Trotz eines guten Starts durch einen gefährlichen Memphis-Abschluss, der durch einen Abwehrspieler der Gastgeber geblockt wurde, verfiel Barça in ein ideen- und harmloses Ballgeschiebe vor dem Kiewer Strafraum. Die hoch aufgerückten Außenverteidiger bildeten eine offensive Fünferkette, die aber sehr statisch agierte. Es fehlte an überraschenden Momenten.

Weder Gavi noch Fati sorgten aus ihrer eingerückten Positionen in den Halbräumen mit diagonalen, vertikalen oder horizontalen Läufen für Chaos am Kiewer Strafraum. Deswegen landete der Ball häufig bei einem der Außenverteidiger, die den Angriff mit einer gefährlichen Flanke in den Strafraum beendeten.

Auch das Mittelfeld um Kapitän Sergio Busquets und die spielmachende Innenverteidiger schafften es nicht, Tempo in den eigenen Ballbesitz zu bringen. Spielverlagerungen von links nach rechts und wieder zurück spielte das Team von Interimscoach Barjuan viel zu langsam. Die Ukrainer hatten keine Probleme beim Verschieben der Defensive.

Das Statistikportal “Between the Posts” zeigt anhand der Passmap, dass die Katalanen im Ballbesitz das Spielgerät in einem Halbkreis oder einem “U” bewegten. Ein typisches Symptom von Ballbesitzmannschaften, die nicht in die gefährlichen Zonen kommt. Sowohl Frenkie de Jong (57) als auch Nico (49) erhielten kaum einen Ball in die Mitte und hatten nach 90 Minuten individuell weniger Ballaktion als Memphis (65).

Nach gut 20 Spielminuten bemerkte auch das Team von Lucescu, dass die Katalanen sie an diesem Abend wohl nicht überrollen werden und setzte zu gefährlichen Kontern nach Ballgewinnen an. Barça machte es den Gastgebern allerdings auch sehr leicht.

Bei den Gegenstößen der Hauptstädter agierte die Restverteidigung der Blaugrana passiv, stellte die Gegenspieler, ohne sie aber unter Druck zu setzen. Vor allem der rechte Außenstürmer Tsygankov sorgte mit seinen klugen vertikalen Läufen für Gefahr und legte Chancen für seine Mitspieler auf, die sie aber allesamt vergaben. Kiew spielte sich insgesamt 0.9 expected goals heraus und hätte durchaus in Führung gehen können.

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Die 20 starken Minuten Barças in Kiew

Ungefähr fünf Minuten nach Anpfiff der zweiten Halbzeit fing die Blaugrana an, Druck auf Kiews Bollwerk auszuüben. Mit mehr Dynamik und einem Jordi Alba, der auf seiner linken Seite Dampf machte, entstand mehr Gefahr und Unordnung in der Kiewer Hintermannschaft. Der durch den VAR zurückgenommene Elfmeter war ein erstes Ergebnis des stärker werdenden Barças.

Die Einwechslung von Ousmane Dembélé belebte zudem noch die rechte Angriffsseite, er sorgte mit seinem Tempo für Gefahr bei eigenen Umschaltsituationen. Genau so ein Umschaltmoment sollte auch die Führung für die Blaugrana bringen.

Nach einem mutigen Vorstoß der Heimmannschaft schalteten Barcelona gut und erwischte die Dynamo-Abwehr in einer Situation der Unordnung, die Oscar Mingueza und Ansu Fati zur Führung ausnutzen (70.). Das Tor diente auch als Schlusspunkt für die Druckphase Barças. Barjuans Mannschaft verwaltete die knappe Führung und fuhr nach einer durchschnittlichen Leistung den wichtigen Dreier in der ukrainischen Hauptstadt ein.

Rechter Flügel: Auch Gavi nicht die Lösung – Dembélé macht Hoffnung

Nachdem das Experiment Dest auf dem rechten Flügel bereits scheiterte, stellte Interimtrainer Barjuan den 17-jährigen Gavi auf diese Position. Anders als in der Liga spielte der gebürtige Andalusier nicht als falscher Flügel, der das Mittelfeld verdichtet, sondern klebte auf rechten Seite. Wie der Rest der Mannschaft konnte er im ersten Durchgang offensiv nicht überzeugen und stand bei Ballbesitz des Gegners tiefer als die anderen Stürmer, um die rechte Seite zu stabilisieren. Gavis Bilanz nach 65 Minuten: 26 Ballaktionen, drei Dribblings, kein Torschuss und drei geblockte Flanken.

Noten | Fati humorlos, Dembélé erfrischend, Lenglet führt das Team

Für den Youngster bekleidete dann mit Dembélé ein etatmäßiger Außenstürmer den rechten Flügel. Der Franzose feierte in Kiew sein Saisondebüt nach überstandener Knieverletzung. Der Beidfuß belebte die reche Seite und machte den Anhänger der Blaugrana Hoffnung, dass von dort in Zukunft eine größere Torgefahr ausgeht. In seinem kurzen Einsatz konnte der 24-Jährige 19 Ballaktionen, drei Dribblings und einen Schuss aufweisen, was ihm die Barçawelt-Note 7 bescherte. Die gute Leistung Dembélés erfrischte das Spiel der Blaugrana. Doch eine Frage bleibt: Kann der Franzose verletzungsfrei bleiben, um das Laborexperiment „rechter Flügel“ für eine lange Zeit zu schließen?

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