Noch kein Geld für Transfers: TV-Rechte-Verkauf reicht FC Barcelona nicht

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Eigentlich sollte der Verkauf von 10 Prozent der TV-Rechte dem FC Barcelona sämtliche Türen auf dem Transfermarkt öffnen. Dem ist aber nun nicht so, dem Klub sind finanziell nach wie vor die Hände gebunden. Teure Transfers scheinen so vorerst nicht möglich. Doch hinter den Kulissen arbeitet man bereits an einer Lösung.

Barças Shoppingtour nach Verkauf der TV-Rechte?

Die wirtschaftliche Situation beim FC Barcelona hat sich kurzfristig ein wenig entspannt. Für den Verkauf von 10 Prozent der eigenen TV-Rechte für die nächsten 25 Jahre an die Investmentfirma Sixth Street erhält der Klub 207,5 Millionen Euro. Diese Summe sorgt dafür, dass Barça das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Gewinn beschließen konnte, was gleichzeitig die von La Liga auferlegte Gehaltsobergrenze für die kommende nach oben drücken dürfte. Die nun von vielen erwartete teure Shoppingtour mit den Zielen Robert Lewandowski, Bernardo Silva, Raphinha und Jules Koundé scheint jedoch hingegen (erst einmal) warten zu müssen.

Für über 200 Millionen Euro: FC Barcelona verkauft Teil seiner TV-Rechte

FC Barcelona finanziell nach wie vor die Hände gebunden

Das berichten nun mehrere Medien übereinstimmend. So haben Quellen aus Klubkreisen ESPN gegenüber “die Vorstellung heruntergespielt, dass die Finanzspritze zu mehr Aktivität auf dem Transfermarkt führen wird. Sie sagen, dass weitere Deals, Spielerverkäufe und die Senkung der Spielergehälter immer noch die unmittelbaren Sorgen sind”. Wie dringend der FC Barcelona das Geschäft mit Sixth Street abschließen musste, zeigt der Umstand, dass der Klub langfristig gesehen damit große Verluste machen könnte. Barça bekam in der abgelaufenen Saison insgesamt 165,6 Millionen Euro für seine Fernsehrechte bezahlt. Angenommen, diese Zahlen würden zukünftig gleich bleiben, würde Sixth Street von diesem Betrag pro Jahr 16,56 Millionen (zehn Prozent) bekommen, was auf eine Dauer von 25 Jahren gerechnet insgesamt 414 Millionen wären – und das für ein Investment von ‘nur’ 207,5 Millionen Euro.

Auch die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass Barça vorerst noch nicht in der Lage ist, große Transfers zu tätigen. So hat sie im Gespräch mit Marc Ciria, Finanzanalyst für die in Barcelona ansässige Wertpapiergesellschaft Diagonal Inversores, erfahren, “dass die Einnahme [durch den Verkauf von zehn Prozent der TV-Rechte] für sich genommen nicht ausreiche, um neue Spieler unter Vertrag zu nehmen”. So sollen Barça bei Ausgaben nach wie vor insofern die Hände gebunden sein, als dass die Katalanen für jeden Euro, den sie an Gehältern ausgeben, zunächst nachweisen müssen, dass sie drei Euro eingespart haben.

Barça plant weiteren Verkauf von TV-Rechten

Diese Auflage wird dann aufgehoben, wenn Barcelona noch mehr Einnahmen verbuchen kann. Und genau daran arbeiten die Klubverantwortlichen derzeit. Denn wie der katalanische Radiosender RAC1 berichtet, plant man bei der Blaugrana derzeit den Verkauf von weiteren 15 Prozent der TV-Rechte für eine Summe im Bereich von 400 Millionen Euro. Sollte dieser Verkauf tatsächlich zeitnah über die Bühne gehen, würde er nicht nur neues Geld für Sommertransfers bereitstellen, sondern könnte auch ausreichen, um aus den Einschränkungen der Ein-Drittel-Regel herauszukommen.

Sollte dem so sein, wird Barça wohl von Verkäufen der ‘Barça Studios’ sowie der Merchandise-Rechte (BLM) vorerst Abstand nehmen. Ob dies dann auch ausreicht, um Transferziele wie Lewandowski und Raphinha zu verpflichten, wird sich jedoch noch zeigen müssen. Denn nur weil das Geld da ist, heißt das nicht, dass der FC Barcelona dieses auch gleich wieder mit vollen Händen ausgeben kann.

Bastian Quednau
Schreibt über spanischen Fußball, leidet mit dem FC Schalke 04 und den Jacksonville Jaguars.
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