Ein Jahr Laporta: Auf dem Weg, den Barça-Fans die Freude zurückzubringen

StartAnalysen und KommentareEin Jahr Laporta: Auf dem Weg, den Barça-Fans die Freude zurückzubringen
- Anzeige -
- Anzeige -

Joan Laporta ist seit einem Jahr Präsident des FC Barcelona. In diesen zwölf Monaten ist viel passiert. Sowohl Gutes, wie die Rückkehr von Xavi, als auch weniger Erfreuliches, wie der gezwungene Abgang von Lionel Messi. Wir werfen einmal einen Blick zurück.

Laporta ein Jahr als Barça-Präsident im Amt

Ein Jahr ist es nun her, dass Joan Laporta sein Amt als Präsident des FC Barcelona angetreten hat. Nach erfolgreichem Misstrauensvotum, dem Rücktritt des Bartomeu-Vorstands und Präsidentschaftswahlen mit neun Vorkandidaten, trat der nun 59-Jährige den schweren Job an, die Blaugrana wieder zu einer europäischen Top-Adresse zu machen.  Nach den ersten 365 Tagen ist es nun Zeit, eine erste kleine Zwischenbilanz zu ziehen.

Laporta: Erstes Jahr „war komplizierter als erwartet“

Trotz den zahllosen gewonnen Titeln und dem mit großen Namen gespickten Kader hat Laporta den FC Barcelona in einer der schwierigsten Phasen in der Klubgeschichte übernommen. Dass er das Missmanagement und die finanziell fatalen Entscheidungen der letzten Jahre nicht innerhalb weniger Monate würde ausbessern können, war wohl jedem von vornherein klar. Auf die Frage, ob das erste Jahr nun so verlaufen ist, wie er es sich vorgestellt hat, erzählte Laporta der SPORT: „Teilweise ja und teilweise nein. Es war komplizierter, als ich erwartet hatte. Vor allem wegen der Gehaltsobergrenze. Das hat die Dinge für uns sehr kompliziert gemacht. Deshalb schätze ich sehr, was in diesem Bereich getan wurde.“

Und dennoch bleibt festzuhalten, dass sich der FC Barcelona derzeit sowohl sportlich als auch auch finanziell auf einem guten Weg der Besserung befindet. Die Gründe dafür sind vielfältig, und dennoch stechen einige von ihnen heraus.

Mateu Alemany hilft Barça mit seinen Transfercoups

Laportas größter Coup war es zweifelsohne, Mateu Alemany als Sportchef zu gewinnen. Der gebürtige Mallorquiner hatte nicht nur einen großen Einfluss auf Barças kurzfristigen sportlichen Höhenflug, sondern auch darauf, dass dieser auch langfristig anhalten könnte. So zeichnet sich der 59-Jährige vor allem für eine Vielzahl guter Transfers verantwortlich. 

Neben Ferran Torres und Adama Traoré gelang es Alemany tatsächlich, Memphis Depay, Eric Garcia, Sergio Agüero und Pierre-Emerick Aubameyang allesamt ablösefrei in die katalanische Mittelmeermetropole zu holen (der tragische Umstand, dass Agüero seine Karriere kurz darauf beenden musste, soll Alemanys zuvor geleistete Arbeit nicht zunichte machen).

Pedri, Gavi und Ansu Fati: Barças langfristige Zukunft

Darüber hinaus gelang es dem Sportchef auch, die Gehälter bei Barça deutlich zu senken, indem er Großverdiener wie Antoine Griezmann, Miralem Pjanic und Philippe Coutinho zumindest vorübergehend per Leihe abgeben konnte. 

Die wichtigsten Bausteine für die langfristige Zukunft des Klubs waren aber, die Verträge mit Pedri und Ansu Fati zu verlängern, obwohl beide Spieler im Ausland bereits großes Interesse geweckt haben. Zusammen mit Gavi, dessen neuer Vertrag bei den Katalanen ebenfalls in Arbeit ist, sollen sie das Gesicht Barças für die nächsten Jahre werden. Auch Alemanys jüngster Coup ist hier zu nennen: Toptalent Pablo Torre hat jüngst bei Barcelona unterschrieben, obwohl Real Madrid den Mittelfeldspieler auch unbedingt haben wollte.

Real Madrid ausgestochen: FC Barcelona verpflichtet Offensiv-Juwel Pablo Torre

Xavi wird einen großen Einfluss auf Laportas Amtszeit beim FC Barcelona haben

Doch auch andere Personalentscheidungen Laportas trugen Früchte. Allen voran ist hier natürlich Xavi zu nennen. Dass der 42-Jährige eines Tages einmal Trainer des FC Barcelona werden würde, war lange ein offenes Geheimnis. Dass er aber schon so früh in seiner Trainerkarriere einen solch schnellen und großen Einfluss auf das Spiel der Blaugrana haben könnte, wie wir es in den vergangenen Monaten gesehen haben, ist dennoch eine riesengroße Überraschung.

Laportas Amtszeit wird noch fünf Jahre andauern. Sollten Xavis Leistungen in absehbarer Zeit nicht komplett einbrechen, so dürfte er einen Großteil – wenn nicht sogar die komplette – restliche Amtszeit des Präsidenten über Trainer der Katalanen sein. Sollte dies der Fall sein, so wird die zweite Regentschaft von Laporta in der Retrospektive immer umgehend mit Xavi in Verbindung gebracht werden. Und somit hätte der ehemalige Mittelfeldregisseur einen riesengroßen Einfluss darauf, wie Laporta den Culés nach Vollendung seiner Amtszeit in Erinnerung bleiben wird.

‚Espai Barça‘ und Spotify sollen Barça finanziell helfen

Das größte Problem, das den FC Barcelona über die letzten Jahre begleitet hat, sind zweifelsohne die immens hohen Schulden des Klubs. Dass diese Barça auch noch über lange Zeit hinweg begleiten werden, steht außer Frage, doch gleichzeitig werden auch Schritte unternommen, um die Schuldenlast nach und nach zu verringern.

Das Stadionprojekt ‚Espai Barça‘, das nach über einem Jahrzehnt langer Planung demnächst endlich in die Tat umgesetzt werden soll, wird dem Klub neue Einnahmen bescheren. Ebenso wie der neue Sponsoren-Deal, der den Musik-Streaming-Dienst Spotify zum neuen Hauptsponsor des FC Barcelona machen soll. Derweil läuft auch immer noch die Aufarbeitung der jahrelangen, systematischen Misswirtschaft unter Bartomeu, die den Traditionsklub erst in diese missliche Lage gebracht hat. Dabei geht es um Aufklärung gegenüber den Fans und nicht zuletzt auch darum, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Laporta gibt zu: Messi-Abgang war „das Schlimmste“

Doch es lief auch nicht alles glatt in den vergangenen 365 Tagen. Die Nicht-Verlängerung mit Lionel Messi sticht hier natürlich hervor. Gewollt war es mit Sicherheit nicht, dass der vielleicht beste Spieler aller Zeiten den Klub in diesem Sommer verlassen würde. Wenngleich Laporta im Wahlkampf versprochen hat, „er werde alles tun, um sicherzustellen, dass er [Messi] seine Karriere an der Spitze beendet“, so stellte er doch von Anfang an klar, dass der „wirtschaftliche Vorschlag im Rahmen unserer Möglichkeiten liegen“ müsse.

Dies war nicht möglich, es sei denn, Barça hätte den von La Liga ausgehandelten CVC-Deal unterschrieben. Da dies der Meinung der Verantwortlichen nach dem FC Barcelona zu sehr geschadet hätte, entschied man sich, Messi gehen zu lassen. Ein zweifelsohne schmerzhafter Schritt, aber auch einer, der dem Klub aus gehaltstechnischer Sicht sehr weitergeholfen hat. Dennoch gibt Laporta zu: „Das Schlimmste [was während meiner Amtszeit passiert ist] war der erzwungene Abgang von Messi.“

Finanzstudie: Messi-Verlust kostet Barça 137 Mio. Euro – 80 Prozent weniger Trikotverkäufe

Pimienta als Barça-B-Trainer ohne Not gefeuert

Laportas bis dato größter Fehler – denn es war ein Fehler ohne Not – war es aber wohl, Javier Garcia Pimienta im Sommer als Trainer von Barça B zu entlassen. Damals war Barças zweite Mannschaft wiederholt nur knapp in den Playoffs am Aufstieg in die zweite Liga gescheitert, Pimienta galt sogar als möglicher Kandidat, der Nachfolger von Ronald Koeman zu werden.

So übernahm dann Sergi Barjuan die B-Mannschaft – die infolgedessen einen Absturz erlebte. In der vergangenen Saison noch Aufstiegskandidat, muss man mittlerweile ans andere Ende der Tabelle blicken. Nach nur einem Sieg aus den vergangenen zehn Partien sitzt man nur noch zwei Punkte über der Abstiegszone, während Barjuans Jobs nur noch am seidenen Faden hängt. Laporta sagte, er „bereue keine Entscheidung“, die er bis jetzt getroffen habe. Ob dies auch für die Entlassung Pimentes gilt, darf zumindest angezweifelt werden.

Laporta: „Werden den Fans von Barcelona die Freude zurückbringen“

Nichtsdestotrotz muss man Laporta insgesamt zugutehalten, dass er in seinem ersten Jahr nicht enttäuscht hat. Und wenngleich man noch lange nicht am Ziel ist, so ist der Weg dorthin geebnet. „Ich habe gesagt, dass wir den Fans von Barcelona die Freude zurückbringen werden, und wir sind auf dem besten Weg, dies zu erreichen”, erklärte Laporta gegenüber der SPORT. „Im Moment sehe ich mehr Hoffnung als Freude. Wir sind uns alle bewusst, dass sich diese Hoffnung in große Freude verwandeln kann, denn wir arbeiten jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick daran, dies zu erreichen: Titel zu gewinnen und den Fans von Barcelona wieder Freude zu bringen.“

Bastian Quednau
Schreibt über spanischen Fußball, leidet mit dem FC Schalke 04 und den Jacksonville Jaguars.

5 Kommentare

  1. Alvaro, also ich gebe dir definitiv recht darin, dass für die B-Mannschaft die Entwicklung der Spieler wichtiger ist als Ergebnisse aber Liga 2 sollte schon auch der Anspruch sein, weil man dort auf einem höheren Niveau spielt.

    Ich kann Pimientas Arbeit nicht so beurteilen aber sicherlich hat der eine oder andere Spieler sich unter seiner Leitung entwickelt aber in Wie fern Pimienta dafür verantwortlich ist kann ich nicht beurteilen aber ein Rej Manaj war schon lange Profi Fußballer, bevor er zu Barca B gewechselt ist also da hat ein Pimienta ihm nicht die Türen zum Profifußball geöffnet. Wenn dann einigen Jugendspielern die unter ihm in der A, B Jugend oder 2. Mannschaft trainiert haben.

    Was deinen Beitrag für mich sehr unseriös macht, ist das du keine (berechtigte) Kritik zulassen möchtest. Ich bin mir sicher, dass du eine 4er Kette bestehend aus 4 Innenverteidigern ebenfalls kritisiert hättest, wenn der Trainer nicht Xavi heißen würde und viele andere Dinge auch.

    Schau mal das ist dein Zitat und deine Maßstäbe:

    Zitat Alvaro: „Ich versteh nicht was dieser Ronald Koeman überhaupt kann.

    Er zerstört die ganzen Spieler. Lässt Gavi als RM spielen? Wechselt ihn zu spät aus. Der Junge spielt gerade sein 7. Spiel nacheinander auf diesem Nivaeu. Wieso müssen wir diesen Spieler so zerstören? hat Pep mit foden nicht gezeigt wie es geht?
    So behutsam aufgebaut und jetzt schaut ihn euch an und Koeman macht zuerst Fati kaputt, jetzt Pedri und nächste Saison ist Gavi.
    Das sind kleine Jungs. Schön dass du sie spielen lässt aber wir brauchen alle und nicht immer die gleichen. Puig kriegt keine Chance. Nico wird komplett unterschätzt. Roberto muss immer als RV aushelfen obwohl das nicht seine Position ist!!!!

    Demir wird ins kalte Wasser geworfen und kriegt seitdem keine Chance mehr. Dann lass ihn bei BArca B spielen. Collado sollte weggerault werden und hat jetzt nicht mal eine Regristierung.
    Umtiti soll so fit sein wie noch nie. Aber Pique darf immer spielen. Araujo verletzt sich ständig!!!“

    Zitat Ende

    Wie du siehst hat sich an diesen Dingen die du damals so scharf angegeben bist nichts geändert:

    – Gavi hat zb LA gespielt
    – Gavi hat nun viel öfters durchgespielt
    – Fati wurde dieses hat sich dieses Mal wirklich schwer verletzt weil er länger spielte als von Arzt erlaubt
    -Puig hat nach wie vor keine Rolle gespielt
    – Umtiti ebenfalls nicht
    – Pique und Araujo spielen immer
    – Nico spielt weniger eine Rolle als unter Koeman

    Das sind alles deine Kriterien nicht meine und nach deinen Maßstäben müsstest du wieder deine Worte benutzen: was kann dieser Mann überhaupt?

    Wie du siehst bist du nicht sachlich oder objektiv und nicht andere Leute. Nimm das nicht als Angriff oder beleidigung, sondern ich möchte dir nur die Augen öffnen, weil vielleicht Merker du gar nicht wie du dich verhältst. Nicht nur du das gibt’s auch noch 1, 2 andere aber vielleicht hilft dir das. Ich sag es nochmal ihr bewertet nicht nach Leistung oder Entscheidungen, sondern nach Person. Das ist mehr ein Personenkult bei euch

      • Man muss ihm auch lassen, dass er auch bei einigen Aspekten ein sehr gutes Gefühl und eine sehr gute Einschätzung hatte. Aber er lag wie eben jeder andere hier im Forum (wahrscheinlich sogar etwas häufiger) auch daneben. Dazu muss man dann auch stehen können und nicht immer anderen „angreifen“ oder besser belehren, dass sie Unrecht hatten, wenn man selbst auch öfter mal daneben liegt. Fehleinschätzungen gibt hier sowieso jeder. Geht eher darum, wie man damit und mit den anderen im Forum umgeht.

  2. Pimenta zu kündigen war wirklich dumm, naiv und unnötig.
    Viele User hier haben ja gelacht und Pimentas Arbeit belächelt. Ich hoffe Leute werden in Barca und um Barca weniger hemmisch und geduldiger und erkennen echte Arbeit mal an.
    Das gleiche mit Xavi, die Leute konnten nicht aufhören siene Arbeit zu kritisieren. Warum Araujo RV, warum garcia warum keine Flügelspieler. Ich glaube, man muss die kleinen Dinge auch mal schätzen. Garica Pimenta hatte wirklich über aus gute Arbeit geleistet. Viele dieser jungen Spieler entwickelt, die heute bei uns sind und er war darüber hinaus auch noch erfolgreich und hat auch einigen Spieler wie Rey Minaj die Tür zum Profifussball geöffnet.

    In Zukunft wünsche ich mir einfach mehr sachliche Beurteilungen. Nachwuchsarbeit wird nicht am Ergebnis sondern an der Durchlässigkeit der Spieler gemessen.

    Es bringt mir nichts ein Barca B zu haben, dass in der zweiten Liga erster wird aber keiner Spieler hochkommen. Die B-Mannschaft ist nicht auf Ergebnisse ausgelegt sondern auf Entwicklung und man sieht besonders bei Spielern wie Balde oder Jandro wie Sie in ihrer Entwicklung gestoppt werden mit Barjuan.

    • Man sollte aber natürlich auch fair bleiben. Ich bin kein Fan von Barjuan. Halte ihn für ne Fehlbesetzung. War auch keiner von denen, die Pimienta gehen lassen wollen. War nur einer, der gesagt hat, für den Cheftrainer reichts mir nicht. Aber man kann die Situation von Garcia und Sergi auch nicht vergleichen. Garcia hatte eben Nico, Jandro, mingueza, Balde, Ilaix, Konrad, Collado, Peña über weite Strecken, vor allem in den Playoffs. Das sind Weltklassespieler für die 3. Liga. Die hat Sergi aktuell nicht. Und auch Sergi hat Spieler geformt. Zum Beispiel Jutgla und Ez Abde. Auch Aleix Garrido entwickelt sich grade sehr gut. Ebenso Ilias.

      Balde stagniert auch nicht wegen Barjuan sondern wegen Verletzungen und erst seit Xavi da ist. Unter Koeman wurde er häufig eingesetzt.
      Der Grund, warum Sergi noch nicht gefeuert wurde, soll ja nach verschiedenen Medienberichten sein, dass er so exzellent trainieren lässt. Im Spiel scheint es nicht zu klappen. Ich hätte Pimienta nicht rausgeworfen. Ich hätte mit ihm weiter gemacht und finde es schade, dass er weg ist, grade weil Sergi nicht diesen Fußball spielen lässt, den wir spielen wollen. Nichtsdestotrotz muss man die Entscheidung akzeptieren und es gab auch ein paar nachvollziehbare Gründe dafür (z.B. dass Pimienta wohl extrem viel verdient hat. Wohl fast so viel wie ein Trainer der ersten Mannschaft und eben der verpasste Aufstieg). Laporta wollte was neues und eigenes und das war die falsche Entscheidung.

- Anzeige -

AKTUELLE USER-KOMMENTARE

- Anzeige -